– ein Blick auf die deutschen Migrationsabsurditäten durch die osteuropäische Brille –

Die Deutschen kennen den Hauptmann von Köpenick, die Hautfigur des gleichnamigen Romans von Carl Zuckmayer. Würde der berühmte Schriftsteller heute noch leben, bekäme er durch den Fall des Franco A. eine Supervorlage für einen neuen Bestseller. Statt Scham zu empfinden, wird Franco A. zum Terroristen kreiert und die Bundeswehr “von Rechtsextremisten gesäubert”. Keine bekannte Persönlichkeit protestiert. Das ist Deutschland in Zeiten der Migrationskrise, über das sich die weite Welt und unsere osteuropäischen Nachbarn amüsieren.

Als Börsianer interessieren mich wirtschaftliche Phänomene. Als Ostpreuße der oft in die masurische Heimat reist und auch Russland und das Baltikum besucht, werde ich dort nicht nach Börsenkursen gefragt. Die Leute wollen wissen, was “in Deutschland los ist”. Ist dem Volk von Dichtern und Denkern durch den Asylwahn das Logische, Wirtschaftliche und Rechtliche abhanden gekommen? Meine Gesprächstpartner sind gut informiert, pragmatisch eingestellt und besitzen Sinn für Humor. Warum lassen sich die Deutschen das alles gefallen? Sind sie zu dumm oder zu feige? Gibt es da eine Obergrenze beim Unsinn? – woll(t)en Neugierige wissen. Der Fragenkatalog kann sich bei einem Wodka-Abend lang werden. Unten eine kleine Auswahl, dessen was die Leute am meisten aufregt und interessiert.

1.  Anfeindungen mit Osteuropa bewusst in Kauf genommen

Selbst wenn Deutschland den Migrationschaos irgendwann in den Griff bekommt, so haben Merkel & Co. mit ihrem “Flüchtlingsdiktat” schon schweren Schaden angerichtet. Das Nein zu Multi-Kulti soll von Berlin&Brüssel mit Gewalt gebrochen werden. Polen wird sich niemals beugen – wurde mir wiederholt versichert. Wer mit Sanktionen droht und einer Diskussion ausweicht, darf sich zudem nicht auf Werte berufen. “Die Werte, …, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.”- steht im Art. 2 EU-Vertrag. Wo ist hier die Rede von Migrantenaufnahme? Eins ist klar, kommen die Sanktionen gegen Polen und Ungarn droht deren Austritt. Russen, deren Verwandte im Kaukasus mit Tschetschenen leben, warnen vor den Problemen mit dem Islam. Jetzt spüren die Islamfalle langsam auch die moralisch überheblichen Deutschen, wollen es aber nicht zugeben – wird häufig konstatiert.

2.  Polizei bei Migranten “Papiertiger”, gegenüber Osteuropäern knallharter Ordnungshüter

Unverständlich erscheint, warum die deutsche Polizei niemals Gummiknüppel gegen randalierende Migranten einsetzt, sich wegen “Nafri” entschuldigen muss und die Funktionäre stets von Deeskalation statt von Abschreckung herumschwadronieren. Was da auf Youtube gezeigt wird, grenzt an Ironie. So etwas würde in Osteuropa niemals geduldet. Umgekehrt spielt dieser oder jener Uniformierte schon öfters den starken Mann, wenn er auf deutschen Autobahnen ein “verdächtigtes Fahrzeug mit polnischem Kennzeichen” kontrolliert. LKW-Fahrer im Transit nach England können ein Lied davon singen. Russen baten mich richtig zu stellen, dass es sich bei den im deutschen Fernsehen beklagten “russischen Diebesbandenbanden” primär um Pass-Russen (Tschetschenen) und nur selten um Bio-Russen handelt.

3.  EU-Subventionen in Relation zu Migrationskosten klägliche Peanuts

Eine klassische Farce sind die “EU-Hilfen”, bei denen unsere Systemprediger den Finanzausgleich gerne mit Entwicklungshilfe verwechseln. Verschwiegen wird, dass die dynamisch wachsenden Polen und Ungarn bald zum EU-Nettozahler werden. Dann wird dieser “Euro-Kredit” zurückgezahlt. Das vormals rückständige und heute finanzstarke Bayern liefert das beste Beispiel, wie so etwas funktioniert. Polen erhält von Deutschland etwa 3,5 Mrd. € jährlich von dieser rückzahlbarer Kredithilfe. Das sind aber etwa 1/10 dessen was für die Migranten ausgegeben wird, also Peanuts! Eine weitere Farce: Geht es um Anreize bei der “Flüchtlingsverteilung” gibt sich Brüssel knausrich, geht es um Abschreckung, drakonisch. Sollte 2014 die Aufnahme eines Migranten noch mit 6.000 € belohnt werden, war – umgekehrt – 2016 schon eine Strafe von 250.000 € für die Ablehnung vorgesehen. Über solche Realitätsferne lachen die Osteuropäer. Ein Pole könnte von dieser Summe 16 Jahre leben, ein Bulgare 25! Man darf gespannt sein, wie die Drohung die letztendlich ausgeht, da Brüssel nicht nachgeben darf. Wehret den Anfängern!

4.  Deutsche Sozialsysteme und öffentliche Güter zum Nulltarif – leider nicht für EU-Bürger

EU-Ausländern, die nicht in Deutschland arbeiten oder gearbeitet haben, stehen seit Ende 2016 in den ersten fünf Jahren keine Sozialleistungen zu. Wer allein zur Arbeitssuche einreist, hat keinen Anspruch auf Hartz IV. Wenn er über keine Mittel und Krankenversicherungsschutz verfügt, darf er de facto nicht länger als drei Monate bleiben. Das ist geltendes EU-Recht und Deutschland ist ein stolzer Rechtsstaat! – belehrt Berlin. Was sollen arbeitswillige Unionsbürger, – die nicht unbedingt vom Balkan kommen – und seit Jahrtausend(en?) unsere Nachbarn sind, über diese Verschärfungen sagen. Für muslimische Migranten sind Milliarden da. Neben der Verwunderung kommt daher Schadenswunsch auf. Hoffentlich sind die hochnäsigen Teutonen bald pleite mit ihren Migranten? Vielen geht es dabei um reines Prinzip. Für sie hat Deutschland seine Anziehungskraft ohnehin längst verloren. Sie zieht es nach Großbritannien. Die Deutschen lassen sich von ihrer Merkel mit dem Spruch “Uns geht es (s0) gut” einlullen und glauben Osteuropa bleibt ewig das Armenhaus. Suppenküchen und No-Go-Areas werden dabei verschwiegen.

5.  Viele (Spät-)Aussiedler denken an Rückkehr, Einheimische an Auswanderung

In Russland habe ich Heimkehrer getroffen, die wegen der Islamexperimente in ihre neue alte Heimat mit einem Startkapital wieder zurückkehrt sind. Bei vielen Schlesiern oder Ostpreußen fällt der inoffizielle, stille Ortswechsel gar nicht auf, da kein Cleverer auf etliche Staatsleistungen verzichten will. Schließlich hat er für dieses Land früher Jahrzehnte malocht. Systemmedien berichten häufig von Auswanderern nach Ungarn, die aus der Nähe die Geschehnisse erst beobachten wollen. Leistungsträger verlassen halt as Land, leistungsferne Migranten fließen in Massen ein. Um die nationale Identität über Generationen zu bewahren wird nicht viel gebraucht. In Paraguay habe ich deutschsprachige Gemeinschaften gesehen, die nicht mehr als fünfzig Tausend Personen zählten. Zur Not können nach Osteuropa immer paar arbeitslose Deutschlehrer aus dem nahen Mutterland eingeflogen werden.

 

6.  Wo bleibt der deutsche Nationalstolz (das neue Volk und die Bio-Deutschen)?

Osteuropäer, die sich an uns gewöhnt und zu uns immer aufschauten, vermissen den schwindenden Nationalstolz. Das ist kein Witz. Sie möchten gerne ihre heutige wirtschaftliche Leistung ihren Vorbildern zeigen und von denen noch weiter lernen. Wenn jetzt Deutschland aber im Multi-Kulti-Wahn “untergeht”, gibt es keine Meßlatte und keinen “Lehrmeister” mehr. Geschichte hin, Hitler her – niemand versteht warum die Deutschen ihre Fahne, Hymne und Geschichte verleugnen, als ob diese nur 1933-1945 stattfand. Polen und Russen schütteln den Kopf, wenn drei Deutsch-Türken als Talk-Gäste bei Anne Will & Co. von “unserer unheilvoller Geschichte” leidenschaftlich dozieren und der CSU-Söder zuguckt. Was meinen sie mit “unserer Geschichte”? Gab es da 1683 vor Wien einen Bürgerkrieg? – fragte mich ironisch ein Danziger Professor. Hat die Türkei keine eigene Historie? Während sich die meisten Völker gerne als Opfer der Geschichte sehen – nur mit wenigen Polen kann man darüber reden! – hat die Politik die Deutschen seit Jahrzehnten in die Täter-Rolle gezwängt. Da kocht es in Einigen.

7.  Asyl-Chinesisch und Willkommensfloskeln beherrschen den Medienalltag

Keine Ostsprache ist mit dem Asyl- und Willkomenschinesisch so verunreinigt wie heute das Deutsche. Den Sinn eines Satzes, wie “Viele uns Schutzbefohlenen sind zu uns, die hier schon etwas länger leben, gekommen um sich zu integrieren” wird kein Ausländer verstehen. In Köln spricht man von “allein reisenden Männern”, wenn männliche Migranten gemeint sind. Warum laufen “Gefährder” bei uns noch frei herum? Deutsche Aussiedler hätten angeblich gleichen “Migrationshintergrund” wie moslemische Zuwanderer. Die Beispiele ließen sich mehren. Auch Wissenschaftler sind für Absurditäten zu haben. Ökonomen verbreiten Migrationslegenden (Flüchtlinge bringen Wachstum und schließen die Rentenlücken).

Fazit: Der europäische Champion gefangen in der hausgemachten Kosten- und Rechtstaatfalle

Was hat das alles mit dem Hauptmann von Köpenick zu tun? Wegen des sklavischen Gehorsams (“Wir sind ein Rechtstaat!”) kann die Politik ihrem Volk noch so Unsinniges zumuten, auch einen Turm Babel 2.0 – erklärte mir ein polnischer Freund, der für Deutschland schwarzsieht. Auch eine geisteskranke Kanzlerin wäre bei euch nicht absetzbar, weil ihr ja ein “Rechtsstaat” seid. Oder eher bedauernswerte Opfer eures eigenen Perfektionismus, der in der “sanften” Diktatur des Friede, Freude, Eierkuchen enden musste. Auch wirtschaftlich wird Euch bald die Puste ausgehen. Russland-Sanktionen, Griechenland und jetzt die Migrationslawine. Steter Tropfen höhlt den Stein!


Dr. Viktor Heese – Fachbuchautor und Dozent kommt aus Ostpreußen (www.börsenwissen-für-anfänger.de)

Dr. Viktor Heese

Dr. Viktor Heese ist Dozent und Fachbuchautor. Spezialisiert hat er sich auf dem Gebiet der Börsen und Banken. Für Börsenanfänger hat er das Buch „Fundamental- versus Charttheorie. Methoden der Aktienbewertung im Vergleich“ (Springer 2015) verfasst. Seit 2017 ist er Wirtschafts- und Börsenexperte für das Arcadi Magazin.

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